Jörg Herwegh Solo

Kini, Kaiser, Larifari

Jörg Herwegh hat zahlreiche Theaterstücke geschrieben oder umgearbeitet, in denen die Bayerische Geschichte vor allem von 1800 bis 1930 eine große Rolle spielt: die große, gemütliche Zeit, die es so nie gab. Das weiß der Autor nur zu gut, der seine Kindheit auf dem Bauernhof seines Großvaters in Maxlrain bei Beyharting vebrachte.

In seinem Quellenstudium ist Herwegh auf zahlreiche Geschichten und Anekdoten gestoßen, die er eifrig gesammelt hat – weil erzählenswert.

Eingebettet werden die Gschichterln aus der Geschichte in Magentratzerl aus der Bayerischen Literatur wie etwa Oskar Maria Grafs Roman „Bolwieser“ aus dem Jahr 1931. Die Idee dazu hatte der Schriftsteller, als er den historischen Fall eines Wasserburger Bahnhofvorstehers zu hören bekam. Die spießige fiktive  Kleinstadt des Romans heißt Werburg.

Da findet sich auch ein Ausschnitt aus der Erzählung „Rumplhanni“ aus der Feder der aus Glonn stammenden, viel zu jung verstorbenen Lena Christ.

Auch der gerade mal 40 Jahre alt gewordene Georg Queri fehlt nicht, dem wegen seines Buches „Bauernerotik und Bauernfehme in Oberbayern“ 1911 ein Sittlichkeitsprozeß gemacht wurde, den er mit Hilfe des gelernten Juristen Ludwig Thoma gewann.

Ludwig Thoma – der brillante Erzähler und Menschenbeobachter steht leider wie kein Zweiter für den Übergang einer liberalen Republik in den rassistischen Nationalsozialismus – ist mit einem Beitrag vertreten.

Ludwig Zwo

Jörg Herwegh hat um die letzten Tage des Märchen-Kinis im Jahre 1886 ein spannendes Erzähltheater geschrieben. 

Wo entscheidende Fakten fehlen, setzt die menschliche Fantasie das Puzzle zusammen. Kaum ein anderer politischer Skandal des 19. Jahrhunderts hat soviele Gerüchte, Mutmaßungen oder Verschwörungstheorien hervorgerufen wie das Sterben von Ludwig II. und dem Psychiater Dr. Gudden im Würmsee, dem heutigen Starnberger See.

Für das Erzähltheater hat sich Jörg Herwegh literarischen Beistand geholt.

Klaus Mann,  befasste sich in der Novelle "Vergittertes Fenster" mit dem Ende von Ludwig II. Aus der sprachgewaltigen, pathetischen Novelle zitiert Jörg Herwegh in seinem Solo Klaus Manns Vorstellung von den letzten Lebensminuten des Monarchen.

Noch ungewöhnlicher ist Jörg Herweghs Entdeckung des japanischen Schriftstellers Mori Ogai, dessen Erzählung "Wellenschaum" dem Solo-Theater seinen Titel gab.

Der in Deutschland nur wenigen bekannte Künstler, gilt als wichtigster Schriftsteller Japans zu Beginn der Moderne. In seinen drei deutschen Novellen wirft Mori Ogai einen recht ungewöhnlichen Blick auf die deutsche Gesellschaft. Der Grund, warum Ludwig II. in Moris "Wellenschaum" im See ertrinkt, überrascht unsere heutige, von vielen Klischees geprägte Sicht auf Ludwig II.

Auch Ludwigs literarisch talentierte Cousine Sisi, die österreichische Kaiserin Elisabeth, ist mit zwei Gedichten vertreten. Die populäre Trivialliterarur eines Karl May z.B. hat den Märchen-Kini ohnehin für sich vereinnahmt.

Die literarischen Überhöhungen bricht Jörg Herwegh mit spannenden und teilweise grotesken historischen Details der Königstragödie aus dem Jahre 1886.

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